EcoVity Demonstratoren: Technische Einblicke in die Plattformentwicklung

Um die geplanten Funktionalitäten der EcoVity-Plattform prototypisch implementieren und erproben zu können, wurden  sechs unabhängige EcoVity Demonstratoren entwickelt. Ziel ist es, zentrale Abläufe der digitalen Zusammenarbeit über verteilte Systeme hinweg zu visualisieren – von der Registrierung bis hin zur Datenbereitstellung und Auftragsabwicklung.
In diesem Beitrag stellen wir die einzelnen Demonstratoren vor und geben technische Einblicke in Schnittstellen, Datenformate und Interaktionsmöglichkeiten.

Von der Registrierung bis zur Projekterstellung

Die Registrierung, als Demonstrator 0, stellt den Anmeldeprozess für EcoVity dar und erfolgt über das EcoVity-Webportal.
Dies bildet die Grundlage für den Zugang zu den weiteren Modulen der Plattform.

Zwei Registrierungspfade stehen zur Verfügung:

    • Privatpersonen → Interessenten

    • Geschäftliche Nutzer → z. B. Integratoren oder Anbieter

Beide Pfade verwenden eine 2-Faktor-Authentifizierung zur sicheren Anmeldung. Anschließend erfolgt die Projekterstellung über Demonstrator 1. Dieser Projektinitiierungsprozess erlaubt es, neue Entwicklungs- oder Produktionsprojekte im System zu erfassen.

Die Nutzeroberfläche führt Schritt für Schritt durch:

  1. Erstellen eines Projekts

  2. Beschreibung von Projektzielen, Rahmenbedingungen, Anforderungen

  3. Anlage und Bearbeitung einzelner Komponenten

  4. Anlage und Beschreibung einzelner Aktivitäten

Alle Daten werden als strukturierte JSON-Objekte gespeichert und sind über REST-APIs abrufbar. Eine rollenbasierte Zugriffskontrolle regelt den Zugriff auf Projekt- und Komponentendaten.

EcoVity Demonstrator Projektinitiierung – Eingabemaske 

Eingabemaske zur ersten Projektbeschreibung

Unterauftragssteuerung & Projekt-Workflows

Demonstrator 2 befasst sich mit der Unterauftragssteuerung, nachdem ein Projekt erstellt und ein passender Lieferant gefunden wurde. Aufträge werden in Unterprozesse gegliedert und überwacht. Die Demonstratoren 5 und 6 decken Anfrage-, Angebots- und Auftragsmanagement sowie die Status-Updates während des Projekts ab.

Data Readiness: Produktionsdaten standardisieren & teilen

Demonstrator 3 zeigt, wie strukturierte Produktionsanforderungen aus dem EcoVity-System über einen Integration Layer weitergeleitet werden können:

    • Produktionsdaten werden in ein einheitliches Format transformiert (z. B. JSON-LD oder XML).

    • Daten werden an andere Plattformen gesendet oder über einen EDC-Connector (Eclipse Data Connector) in einem Catena-X Datenraum bereitgestellt.

    • Externe Marktplätze können über standardisierte Schnittstellen angebunden werden.

Die Data Readiness umfasst auch die semantische Anreicherung von unstrukturierten Daten. Ein LLM-gestütztes Modul erkennt, klassifiziert und reichert Daten an, um sie für den Datenaustausch nutzbar zu machen.

Matchmaking & Marktplatz für Produktionsaufträge

Im Demonstrator 4 können Integratoren gezielt nach geeigneten Anbietern für ihre Produktionsaufträge suchen. Detaillierte Auftragsspezifikationen wie Herstellungsverfahren, Materialien oder weitere Anforderungen werden hinterlegt.

Anbieter präsentieren ihre Fertigungskompetenzen, Zertifizierungen und weitere Informationen auf dem Marktplatz. Ein regelbasiertes Filtersystem vergleicht die Angaben und schlägt dadurch passende Partner vor. Ein integrierter 3D-Viewer ermöglicht die Visualisierung von Bauteilgeometrien.

Das Modul umfasst:

    • Angebotsabgabe

    • Auftragsbestätigung

    • Status-Updates für alle Partner

    • Eine integrierte Chatfunktion für direkte Kommunikation

EcoVity Demonstrator Matchmaking – Trefferliste und Auswahl

Matchmaking-Oberfläche mit Trefferliste und Auswahlfunktion

Der bidirektionale Austausch von Anfrage- und Angebotsdaten folgt dem Schema request → quote → contract
und ist sowohl über das Webportal als auch über REST-Endpunkte verfügbar.

Fazit: Grundlage für ein digitales Produktionsnetzwerk

Die EcoVity Demonstratoren zeigen praxisnahe, technisch greifbare Umsetzungsmöglichkeiten und liefern damit eine wertvolle Grundlage für eine vernetzte, modulare Fertigungslandschaft. Im Fokus stehen Dateninteroperabilität, semantische Integration und eine flexible Schnittstellenarchitektur. Diese Prototypen liefern eine wertvolle Grundlage für die weitere Entwicklung von EcoVity – hin zu einem produktionsnahen, digitalen Ökosystem für KMU.

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