EcoVity macht kooperative Fahrzeugentwicklung marktreif
Digitale Plattform für KMU, Leichtbau und individuelle Nutzfahrzeuge in Kleinserie
Mit der Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts IntWertL – Intelligente Wertschöpfungsnetzwerke für Leichtbaufahrzeuge geringer Stückzahl beginnt für EcoVity die nächste Phase: der Übergang von der Forschung in den Markt.
Am 23. Februar 2026 wurden am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erstmals die vollständige Plattform, reale Demonstratoren und konkrete Anwendungsszenarien vorgestellt.
Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage:
Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) individuelle Nutzfahrzeuge in Kleinserie effizient, kooperativ und wirtschaftlich entwickeln?
Die Herausforderung: Fahrzeugentwicklung wird komplexer – Stückzahlen sinken
Unternehmen in der Fahrzeug- und Leichtbaubranche stehen vor großen Herausforderungen:
- Steigende Entwicklungsaufwände
- Wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Digitalisierung
- Zunehmende Individualisierung
- Sinkende Stückzahlen in Spezial- und Nischenmärkten
Gerade KMU mit hoher technischer Kompetenz stoßen bei komplexen Entwicklungsprojekten schnell an organisatorische und wirtschaftliche Grenzen.
„Viele KMU verfügen über exzellentes technisches Know-how, stoßen aber bei komplexen Entwicklungsprojekten schnell an organisatorische und wirtschaftliche Grenzen“, erklärt Isabell Wellmann, Projektleiterin von IntWertL bei der bwcon research gGmbH. „EcoVity schafft eine digitale Infrastruktur, um Zusammenarbeit einfacher, transparenter und skalierbarer zu machen.“
EcoVity: Digitale Plattform für kooperative Fahrzeugentwicklung
EcoVity ist eine digitale Plattform für modulare und kooperative Fahrzeugentwicklung.
Sie verbindet Unternehmen, Kommunen und Forschungseinrichtungen in einem digitalen Wertschöpfungsnetzwerk – mit dem Ziel, Entwicklungsprojekte über Unternehmensgrenzen hinweg effizient zu realisieren.
Zentrale Funktionen der EcoVity-Plattform
- Kollaborative Anforderungsdefinition
- Digitales Projekt- und Partnermanagement
- Match-Making entlang der Wertschöpfungskette
- Kapazitäts- und Kostenplanung
- Sicherstellung von Datenqualität
Damit wird die Entwicklung individueller Nutzfahrzeuge in Kleinserie strukturiert, planbar und wirtschaftlich umsetzbar.
„EcoVity ist bewusst praxisnah entwickelt worden – nicht als theoretisches IT-Tool, sondern als Arbeitsplattform für reale Entwicklungsprojekte“, so Isabell Wellmann.
Praxisbeispiel: Demonstratoren für modulare Nutzfahrzeuge
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurden reale Demonstratoren vorgestellt, die vollständig über die EcoVity-Plattform entwickelt wurden.
Die Fahrzeuge für die sogenannte „letzte Meile“ zeigen:
- Wie modulare Fahrzeugkonzepte umgesetzt werden können
- Wie Leichtbauprinzipien integriert werden
- Wie digitale Zusammenarbeit Entwicklungszeiten verkürzt
- Wie Risiken in kooperativen Projekten verteilt werden
Besonderer Fokus lag auf kommunalen Anwendungen und flexiblen Lösungen für urbane Räume.
„Die Demonstratoren zeigen eindrucksvoll, dass kooperative Entwicklung nicht zu mehr Komplexität führen muss – im Gegenteil“, sagt Michael Utz, Projektverantwortlicher beim Industriepartner Schübel GmbH. „Durch klare digitale Schnittstellen und transparente Prozesse lassen sich Entwicklungszeiten verkürzen und Risiken besser verteilen.“
Von der Forschung in den Markt: EcoVity startet in die Wachstumsphase
Mit dem Projektabschluss von IntWertL beginnt für EcoVity die Aktivierungs- und Skalierungsphase.
Die im Projekt entwickelten Konzepte, Werkzeuge und Netzwerke bilden die Grundlage für eine langfristige Nutzung der Plattform durch:
- KMU der Fahrzeug- und Leichtbaubranche
- Spezialisierte Engineering-Dienstleister
- Aufbauhersteller
- Kommunen
- Start-ups
Auch die Einordnung in bestehende Datenökosysteme – etwa im Kontext von Catena-X – wurde diskutiert.
„Digitale Ökosysteme sind ein zentraler Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, ergänzt Jakob Bönsch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „EcoVity zeigt beispielhaft, wie Kooperation, Digitalisierung und Mittelstand zusammen gedacht werden können.“
Warum EcoVity besonders für KMU relevant ist
- Begrenzte Ressourcen in komplexen Entwicklungsprojekten
- Bedarf an flexiblen, modularen Fahrzeugkonzepten
- Wunsch nach planbarer Projektstruktur
- Notwendigkeit digitaler Zusammenarbeit
Die Plattform schafft neue Möglichkeiten für Engineering & Manufacturing as a Service und unterstützt KMU dabei, ihre Kompetenzen in kooperative Wertschöpfungsnetzwerke einzubringen.
Hintergrund: IntWertL und EcoVity
Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Projekt IntWertL entwickelt neue Konzepte für eine modulare, dezentrale und digital gestützte Fahrzeugentwicklung und -produktion in Kleinserie.
Kern des Projekts ist das digitale Ökosystem EcoVity, das eine kooperative Entwicklung, Fertigung und Projektabwicklung über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglicht – insbesondere für KMU, Start-ups und kommunale Anwender.
Koordiniert wird das Projekt von der bwcon research gGmbH. Mehr als 20 Partner aus Industrie, Forschung und öffentlicher Hand waren beteiligt.
Fazit: Kooperative Fahrzeugentwicklung wird zum Wettbewerbsfaktor
EcoVity zeigt, dass digitale Plattformen nicht nur theoretische Konzepte sind, sondern konkrete Lösungen für die Herausforderungen der Fahrzeugentwicklung in Kleinserie bieten.
Nutzen Sie die Gelegenheit vor Ort in Karlsruhe, um sich ein Bild von EcoVity und dem Potential zu machen und direkt mit den Verantwortlichen in den Austausch zu gehen. Jetzt anmelden >>