Meersburg bringt kommunale Anforderungen in die EcoVity-Entwicklung ein
Die Stadt Meersburg beteiligt sich als Pilotanwender am Forschungsprojekt IntWertL – Intelligente Wertschöpfungsnetzwerke für Leichtbaufahrzeuge geringer Stückzahl. Gemeinsam mit dem Projektteam erprobt die Stadt die digitale Plattform EcoVity, die die Entwicklung und Fertigung modularer, kommunaler Nutzfahrzeuge in kleinen Stückzahlen ermöglicht. Dabei werden KMU ebenso angesprochen wie kommunale Anwender.
Meersburg bringt im Projekt konkrete Anforderungen aus dem Alltag kommunaler Dienste ein. Dazu gehören insbesondere Fahrzeuge für den innerstädtischen Einsatz sowie modulare Fahrzeugkonzepte mit wechselbaren Aufbauten. Diese Anforderungen und Bedarfe ermöglichen es den an EcoVity beteiligten KMU passgenaue und bedarfsgerechte Fahrzeugkonzepte zu entwickeln.
Kommunen als wichtige Partner im Entwicklungsprozess
Viele Städte stehen vor der Aufgabe, ihre Fuhrparks wirtschaftlich und zugleich nachhaltiger aufzustellen. Passende Lösungen sind am Markt jedoch oft nur eingeschränkt verfügbar. IntWertL bindet Endanwender daher frühzeitig ein, um Entwicklungsentscheidungen enger am Bedarf auszurichten.
„Gerade kleinere Städte haben komplexe Aufgaben, aber kaum Kapazitäten, sich durch den Dschungel neuer Mobilitätslösungen zu arbeiten“, erklärt Thomas Schüle, Projektmitarbeiter von IntWertL bei der bwcon research gGmbH. „Mit EcoVity schaffen wir ein digitales Wertschöpfungsnetzwerk, das es Kommunen ermöglicht, ihre Bedarfe effizienter einzubringen und gleichzeitig Zielkosten für neue Fahrzeugkonzepte zu erreichen.“
Prototyp eines kommunalen Nutzfahrzeugs vorgestellt
In Meersburg wurde nun ein erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit präsentiert: ein kommunales Elektrofahrzeug mit modularem Aufbau, dessen Aufbau über die EcoVity-Plattform entwickelt und gefertigt wurde. Bürgermeister Robert Scherer und Thomas Ritsche, Leiter des städtischen Baubetriebshofs, besichtigten das Fahrzeug vor Ort.
Das Fahrzeug ist für enge Straßenräume und Fußgängerzonen in Altstädten ausgelegt und kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden – unter anderem in der Abfallentsorgung, im Transport oder in der Grünpflege.
„Für eine Stadt wie Meersburg ist die Kombination aus engen Gassen, hoher Tourismusfrequenz und Umweltbewusstsein eine besondere Herausforderung. Deshalb suchen wir nach Lösungen, die kleiner, flexibler und emissionsfrei sind – genau da setzt EcoVity an.“, betont Bürgermeister Scherer die Bedeutung für seine Kommune.

Bürgermeister Robert Scherer und Thomas Ritsche nehmen das Fahrzeug mit dem Aufbau für die Müllentsorgung unter die Lupe. Michael Utz (Schübel Prime Parts) und Projektleiterin Isabell Wellmann (bwcon research gGmbH) erläutern die Details
Modulare Aufbauten für unterschiedliche Einsatzbereiche
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts sind modulare Fahrzeugaufbauten, die ab dem ersten Halbjahr des kommenden Jahres zur Verfügung stehen sollen. Die modularen Aufbauten zeichnen sich insbesondere durch folgende Eigenschaften aus:
- hohe Recyclingfähigkeit
- gute Reparierbarkeit
- geringes Gewicht und damit verbesserte Handhabung und Reichweite für Elektrofahrzeuge
Ein Basischassis soll so für verschiedene kommunale Aufgaben genutzt werden können.

Der Aufbau überzeugt durch die einfach Handhabung und das robuste aber leichte Material

EcoVity erreicht wichtigen Projektmeilenstein
Am 25. November trafen sich die Projektpartner in Meersburg, um das erste funktionsfähige Gesamtkonzept der EcoVity-Plattform vorzustellen. Präsentiert wurden sechs Software-Demonstratoren, darunter Werkzeuge für Projektmanagement, Kapazitätsplanung, Datenqualität und ein digitales Matchmaking.
Die Entwicklung des vorgestellten Fahrzeugprototyps erfolgte ebenfalls über diese digitale Umgebung. Ziel ist es, Entwicklungs- und Beschaffungsprozesse im Bereich kleiner Stückzahlen zu vereinfachen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kommunen zu unterstützen.
„Die Zusammenarbeit mit Meersburg zeigt beispielhaft, wie anwendungsnah Forschung und kommunale Praxis zusammenwirken können. So wird aus Forschung reale Innovationspraxis – mit Nutzen für Städte, Unternehmen und Bürger gleichermaßen.“, so Thomas Schüle.

Das Herzstück EcoVitys ist die digitale Plattform, über die Aufträge für modulare Fahrzeugkonzepte erstellt, vergeben und bearbeitet werden. Alle beteiligten Partner nutzen dasselbe Tool, was die Zusammenarbeit und den Datenaustausch enorm vereinfacht.
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